Der Kamp

Der Kamp prägt das Waldviertel wie kaum ein anderer Fluss. Vom kühlen, naturbelassenen Oberlauf über die Staukette und das unzugängliche Kamptal im Mittellauf bis zu den langsamer fließenden Abschnitten Richtung Donau zeigt er sehr unterschiedliche Gesichter.

Drohnenaufnahme des Kamp im Waldviertel

Länge

rund 153 km

Quelle

Weinsberger Wald, ca. 920 m

Mündung

Donau bei Altenwörth

Region

längster Fluss des Waldviertels

Flusslandschaft

Ein Fluss mit vielen Gesichtern

Der Kamp entspringt als Großer Kamp im Weinsberger Wald an der Grenze von Niederösterreich und Oberösterreich. Dort ist er noch ein Waldviertler Bach im besten Sinne: oft schmal und stark von Beschattung, Gefälle und Granitblöcken im Flussbett geprägt.

Bei Rappottenstein kommt der Kleine Kamp dazu. Danach wird der Fluss größer, aber nicht gleichförmiger. Er läuft durch Zwettl, verschwindet über weite Strecken in der Staukette Ottenstein, Dobra und Thurnberg und sucht sich danach wieder seinen Weg durch das Kamptal.

Diese Staukette gehört heute zum Kamp dazu. Sie macht aus einem frei fließenden Fluss abschnittsweise ein völlig anderes Gewässer. Wasser wird zurückgehalten, Temperatur und Abfluss verändern sich, Geschiebe kann nicht mehr ungehindert flussab transportiert werden. Durch diese Temperaturverschiebung profitierte vor allem die Bachforelle. Allerdings wirkt sich der fehlende Geschiebetransport durch die Querbauwerke zunehmend negativ auf die Verfügbarkeit von geeignetem Laichsubstrat für die Bachforelle aus.

Trotzdem gibt es am Kamp noch lange Strecken, in denen der Fluss erstaunlich lebendig wirkt. Dort wechseln tiefe Rinnen, flache Kiesbänke, unterspülte Ufer, Totholz und beschattete Züge auf engem Raum. Gerade diese Abschnitte zeigen, welches Potenzial der Kamp hat, wenn Struktur und Dynamik noch vorhanden sind.

Der ausgezeichnete Wildfischbestand ist am Kamp ein schützenswertes Gut. Und er hängt stark an funktionierenden Strukturen: ausreichender Wasserführung, Deckung, Temperaturrefugien und Abschnitten, in denen natürliche Reproduktion noch möglich ist.

Oberlauf des Kamp mit bewachsenen Ufern und Fliegenfischer im Wasser
Der Kamp im Oberlauf